Tabak-Einlese-Wettbewerb

Tabak einlesen beim Sommernachtsfest 2010

Tabak einlesen als Tradition

 

Hatzenbühl ist die älteste Tabak anbauende Gemeinde Deutschlands und war vor der Gemeindereform auch die größte Tabak anbauende Gemeinde Deutschlands.

Bereits im Jahre 1573 hat der damalige Pfarrer Anselmann einige Samenkörner des Tabaks, die er von Lothringen-Elsaß mitgebracht hatte, in seinem Pfarrgarten ausgesät.
Zunächst diente die Tabakstaude als Zierpflanze, die Blätter als Heilmittel, später als Genußmittel.
Von Hatzenbühl aus verbreitete sich der Tabakanbau über die südliche Vorderpfalz.
An dieser Stelle verweisen wir auf die anlässlich der Feier „400 Jahre Tabakanbau 1573 - 1973“ von der Ortsgemeinde Hatzenbühl in Auftrag gegebene und von Albert Weigel erstellte Tabakchronik.

Bis zur Mechanisierung der Tabakernte wurden die geernteten Tabakblätter mit der Hand mit großen Nadeln in Schnüren (Bandeliere) eingefädelt (eingelesen), die dann in Tabakschuppen zum Trocknen aufgehängt wurden.

Der Musikverein Hatzenbühl erinnert mit der Tabakblüte am Revers seiner Tracht, am Notenständerbehang und mit seinem traditionellen Tabak-Einlese-Wettbewerb an die Tabaktradition in der Südpfalz und an den Tabak als Kulturpflanze.

1989 war es der damalige 1. Vorsitzende des Musikvereins Hatzenbühl, Herr Norbert Werling, der den Tabak-Einlese-Wettbewerb im Rahmen des traditionellen Sommernachtsfest einführte.
Im Rahmen des diesjährigen 40. Sommernachtsfests findet in diesem Jahr der Tabak-Einlese-Wettbewerb bereits zum 22. Mal statt.
In den ersten Jahren rekrutierten sich die Teilnehmer aus der einheimischen Bevölkerung, seit 1995 messen sich auch bekannte Persönlichkeiten aus der Region und aus Deutschland an der Einlesenadel.

 

Regeln des Tabak-Einlese-Wettbewerbs

1. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb und die Nutzung der Einlesenadel ist freiwillig. Der Musikverein übernimmt keine Haftung für irgendwelche Schäden oder Verletzungen.

2. Jeder Teilnehmer erhält vor der Bühne eine ‚Bürde‘ Tabak und darf sie erst vor dem Start auf der Bühne öffnen.

3. Für das erste Bandelier darf der ‚Schlupp‘ gebunden sein und der Faden an der Nadel hängen.

4. Den Start für den Wettbewerb gibt der Schirmherr Dr. Fritz Brechtel mit dem Kommando 'An die Nadel, Los!'.

5. Die Tabaksblätter müssen schnellstens eingefädelt werden. Aus Zeitgründen ist es nicht erlaubt, Zigaretten-, Kaffee- oder sogar Schlafpausen einzulegen.
Während dem Einlesen darf gesungen werden, allerdings ohne Dirigent.

6. Die Benutzung von fremdartigen Hilfsmitteln oder Geräten ist untersagt.

7. Die Einlesenadeln dürfen während dem Einlesen nicht nachgeölt werden. Sie dürfen nur zum Zwecke des Tabakeinfädelns benutzt werden. Einschüchterungsversuche des Gegners mit der Nadel sind untersagt.

8. Die Blätter in den Bürden sind nicht abgezählt! Der Wettkampf ist genau dann beendet, wenn der erste Teilnehmer seine 'Bürde' komplett eingelesen hat und sich bei ihm kein Blatt mehr vor dem Mund, in der Nadel oder in der 'Bürde' befindet.

9. Gewonnen hat derjenige, der ohne Disziplinarstrafen die meisten Blätter an der Rippe eingelesen hat. Haltungs- bzw. Schönheitsnoten werden nicht vergeben.

10. Mitglieder des Musikvereins überwachen den Wettbewerb und zählen anschließend die eingelesenen, (nicht die herausfallenden) Blätter. Bei Gleichstand wird vom Veranstalter eine Schätzfrage gestellt. Der Teilnehmer mit der besten Antwort hat gewonnen.