Geschichte

Der Musikverein kann auf eine bewegte Vereinsgeschichte zurückblicken. Ende August 1927 setzten sich auf Anregung des damals von Rodalben gekommenen Ortspfarreres Josef Ohmer 14 musikbegeisterte junge Männer in der Wirtschaft „Zum Pflug“ zusammen, um eine Blaskapelle zu gründen.
Seit dieser Zeit kann die inzwischen gewachsene Vereinsfamilie, die zu einer tragenden Säule des kulturellen Lebens in Hatzenbühl wurde, auf ein äußerst erfolgreiches musikalisches Wirken zurückblicken.
Nach der Anschaffung der Instrumente, wofür die örtliche Raiffeisenkasse ein zinsloses Darlehen von 3500 Reichsmark zur Verfügung stellte, schulte Ortspfarrer Ohmer trotz seiner vielfältigen seelsorgerischen Aufgaben als Dirigent die Blaskapelle. Bis 1933 folgten Jahre furchtbaren Schaffens und schöner Erfolge. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde die Kapelle, da kirchlich ausgerichtet, verboten. Ein gemeinsames Musizieren war nicht mehr möglich, obwohl die Instrumente vor der Beschlagnahmung gerettet werden konnten. Trotzdem schlossen sich bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges mehrere Musikanten zu einer Gruppe zusammen und spielten hauptsächlich auf Waldfesten und Tanzveranstaltungen. Wegen der Einberufung der Musiker gab es ab September 1939 keinerlei musikalische Betätigung in Hatzenbühl mehr.
Nach dem Weltkrieg, wirkten zunächst einige Heimkehrer mit ihren „geretteten“ Instrumenten bei kirchlichen und weltlichen Anlässen mit. Dank der Liebe zur Volksmusik, die in Hatzenbühl nicht erloschen war, bahnte sich 1957/58 auf Initiative einiger Idealisten die Neugründung einer Musikkapelle an. Am 8. Juni 1958 wurde im Sitzungssaal des Gemeindehauses unter der Regie von Bürgermeister Adolf Wünstel der Musikverein Hatzenbühl zu neuem Leben erweckt und der Beitritt zum Volksmusikverband Baden-Pfalz beschlossen.
Unter dem Führungstrio Wendelin Wünstel, Rudolf Werling und Leo Rudolf Werling, die sich besonders um die Heranbildung des Nachwuchses verdient machten, gab es den ersten Aufschwung im Vereinsleben. Bereits beim Gründungsfest im Juni 1960 konnte die junge 18-köpfige Kapelle unter der Leitung von Erich Rung, den Otto Hör ablöste, Zeugnis ihres kulturellen Schaffens ablegen. Im Februar 1961 übernahm Leo Wünstel den Vorsitz und gab mit dem Dirigenten Robert Schlindwein dem MVH neuen Auftrieb. Während der 13-jährigen Ära Wünstel wurden insbesondere viele freundschaftliche Beziehungen zu ausländischen Musikkapellen geschaffen und auch das beliebte Sommernachtsfest eingeführt.
Mit der Verpflichtung des Dirigenten Alban Pfirrmann begann 1973 ein neuer musikalischer Abschnitt. Unter der weiteren Führung von Albert Müller (1974 bis 1979), Werner Gimmel (1980 bis 1986) und Norbert Werling (1987 bis 1993) sicherte sich der MVH mit vielfältigen Aktivitäten einen festen Platz im kulturellen Leben der Gemeinde. Norbert Werling hat sich während seiner Vorstandstätigkeit besonders um den Musikernachwuchs verdient gemacht. Seit 1994 leitet Karl Hirsch den Verein. Er rief auch im April 2004 die erste Hatzenbühler Tabakkönigin Nadine I ins Leben, deren Nachfolge mittlerweile schon vier weitere Königinnen angetreten haben.